Archive for the 'Alltag' Category

10
Feb
10

Langsam wird’s echt langweilig…

…ich sitze in der Küche, und auf dem Herd brodelt das Gulasch. Der Spätzleteig steht neben Wein und Bier auf dem Balkon, der Salat wartet darauf, geputzt zu werden.

Zeit, die letzte Woche Revue passieren zu lassen.

Am Mittwoch bin ich vom Coffeeshop direkt zu Ryan gefahren – Abendessen war angesagt! Ryan hatte Sofrito gemacht, eine sehr leckere spanische Soße aus Tomaten, Paprika und Olivenöl, dazu gab’s Fisch und Baguette. Noch ein Rezept, das gleich aufgeschrieben wurde! (Wenn ich die ganzen Sachen nachkoche, muss ich erstmal übersetzen – und bei den amerikanischen Rezepten auch noch umrechnen…1 cup ist soundso viel, 1 tablespoon sind 3 teaspoons, oder wie auch immer das alles ist)

Den Donnerstag habe ich, wie so viele Donnerstage, mit Aufräumen, Wäsche und ein bisschen Unterrichtsplanung für’s Collège: die Anfänger haben die Monate und Jahreszeiten gelernt, mit den wunderbaren 3e EURO gab’s Vorbereitung auf die B1-Prüfung und die netten Gruppen aus der 5e und 4e wurden mit öffentlichen Verkehrsmitteln gequält – offensichtlich war’s aber gar nicht so langweilig, wie ich befürchtet hatte – sie waren alle überrascht, als es plötzlich schon geklingelt hat. Danke, BVG!

Am Abend hat Anna ihren Geburtstag gefeiert – mit vielen Chips und Süßigkeiten, Unmengen Kartoffel- und Broccoligratin und einer überschaubaren Menge Wein. Mit der letzten Metro haben wir uns auf den Weg zu den Péniches gemacht – und sind auf das berühmt-berüchtigte Q-Boat gegangen, bei dem ich bisher noch jedes Mal abgewiesen worden war. Im Nachhinein bin ich darüber nicht traurig – so toll fand ich’s (und der Großteil der anderen Mädels) nicht, zu schicki-micki. Also sind wir nach nicht einmal 10 Minuten auf’s La Marquise weitergezogen, das ich sehr gerne mag – viel lockerer, bessere Musik und angenehmere Leute. Ausnahmsweise war’s aber leer, und außer Sophie und mir wollte niemand bleiben. Letzte Station des Abends war die sichere Bank Le Sirius – gerammelt voll mit Zwergen! Obwohl einige davon etwas aufdringlich waren, war’s ganz nett – irgendwann allerdings wurde es mir dann doch zu viel, gemeinsam mit Sophie und Anna habe ich mich auf den Fußweg nach Hause gemacht und bin todmüde ins Bett gefallen.

Am Samstag war Verdi angesagt, Michael und ich haben mal wieder von unserer Carte Entrée Libre Gebrauch gemacht. Das Orchester sah teilweise gewohnt teilnahmslos aus, die Sänger waren in Ordnung, und ich bin eingeschlafen. Nur kurz. Aber trotzdem…

Nach dem Konzert haben wir Ryan getroffen, um Falafel essen zu gehen. Satt waren wir danach nicht und haben einen kleinen Abstecher zum Tandoori-Laden gemacht – gerammelt voll! Ich habe nicht gezählt, aber es waren definitiv weit mehr Leute in diesem winzigen Raum als hineinpassten. Endlich satt und zufrieden, sind wir mit Ryans Wein zu mir gefahren, haben ein bisschen gequatscht – und uns derart verquatscht, dass Ryan seinen letzten Bus verpasst hat und nach Hause laufen musste und die beiden den Nachtbus nehmen mussten.

Der Sonntag stand wieder ganz im Zeichen des Fußballs – Rachel und ich haben gerufen – und Ryan ist gekommen…magere Ausbeute der Massen-SMS…Wir sind trotzdem zum Spielen gekommen: mit zwei kleinen Franzosen-Jungs und ihren Eltern. Die Kinder waren total niedlich – und haben Englisch mit uns gesprochen, sie waren total stolz darauf, dass sie sich mit uns unterhalten konnten! (Als wir uns verabschiedet haben, ist ihnen aufgegangen, dass wir auch Französisch sprechen – tja, zu spät!) Gute Fußballspieler, das haben wir festgestellt, sind wir nicht: Ryan, Rachel, ich und ein Franzosenvater haben gegen die beiden Jungs, den zweiten Vater und eine Mutter verloren…schön war’s trotzdem, matschig auch – ein perfekter Nachmittag im Park! Anschließend ging’s verdreckt nach Bellecour, Ana hatte über Facebook einen ihrer Massenaufrufe gestartet – und wir waren so zahlreich, dass nur ein etwas seltsames

(Die Gäste kommen, die Küche ruft – Fortsetzung folgt!)

03
Feb
10

Genudelt!

Ich komme mir schon fast so vor, als würde ich nichts Anderes erleben: Ich sitze gerade mit Rosie und Ryan im Coffee-Shop, unfähig, mich zu bewegen. Der Grund: Spätzle mit Champignon-Sahne-Sauce und zum Nachtisch Apple Crumble…hmmm!

Wenn ich 7 Tage zurückdenke, sehe ich: Rosie, Ryan und mich, vollgefressen im Café. Letzte Woche gab’s meine pseudoindische Kartoffel-Hähnchen-Paprika-Pfanne, Ryan, Maxi und Anna haben mir beim Essen geholfen. Nachdem der Abwasch erledigt war, sind Ryan und ich losgezogen, um für ihn ein Hemd zu besorgen. Der langen Arme wegen hatte er an ein maßgeschneidertes gedacht. Unsere Shoppingtour war nach 5 Minuten beendet, als er die Preise gesehen hat – ab 110€ aufwärts. Und weil er keinen Bock hatte, weiter herumzuirren, sind wir hier nach Croix-Rousse gelaufen, um Tee, Schokolade etc. zu trinken. Nach und nach sind einige andere eingetrudelt, die Ryan per Massen-SMS informiert hatte – so voll hatte ich das Café noch nie gesehen!

Anschließend bin ich erstmal nach Hause gefahren – und habe Rosie später getroffen, um für’s Abendessen bei Ryan einzukaufen. Weil der Bus nicht sehr regelmäßig fuhr, waren wir erst gegen halb 10 da – und dann konnte das Kochen losgehen! Rosie hat eine köstliche Nudelsoße mit Aubergine, Zucchini und Paprika gemacht, dazu super-einfaches Bierbrot. Obwohl es schon das zweite ‚richtige‘ Essen des Tages war, haben wir alles vernichtet! Natürlich war ich nach all der Völlerei hundemüde und viel zu faul, den letzten Bus zu nehmen; Ryan hat mir freundlicherweise einen Schlafplatz angeboten. Wir haben noch stundenlang gequatscht und Ana vom Einschlafen abgehalten – die Wände in ihrer Wohnung sind papierdünn.

Für den Samstag hatten wir einen Trip nach Avignon geplant – wach geworden bin ich um 9.34 – schlappe 2 Stunden nach Abfahrt des Zuges. Die Anrufe und SMS der anderen hatte ich schlicht überhört…ich fand’s verdammt schade und habe den Tag mit Nichtstun vertrödelt. Am Abend hat eine englische Englisch-Assistentin bei sich in der Schule ihren Geburtstag gefeiert – und nein, es ist kein Vorurteil, dass englische Mädchen trinken wie ein Loch…später auf dem Weg in die Salsabar haben Larissa und ich uns weit weg hingesetzt…es war einfach zu albern, wie sie sich benommen haben. Da es mit meinen Salsa-Künsten nicht sehr weit her ist, bin ich nicht lange geblieben, sondern habe mich bald auf den (Fuß-)Weg nach Hause gemacht. Unterwegs bin ich bestimmt ein Dutzend mal fast gefallen – und das, obwohl kaum Alkohol im Spiel war: Am Abend hatte es wieder geschneit, und weil es sich ziemlich abgekühlt hatte, war der Weg vom Hôtel de Ville nach Charpennes eine einzige Rutschpartie.

Am Sonntag hatte es aufgeklart, es war kalt, aber sonnig – perfektes Wetter für eine weitere Runde Fußball im Park! Sam hatte den Ball – und kam eine halbe Stunde zu spät! Der arme Matt muss in seiner kurzen Hose fast erfroren sein…Als endlich alle 7 Spieler des Tages anwesend waren, haben auch Dan und Sam einen kleinen Strip im Park hingelegt. Die Mannschaften waren nicht ganz ausgeglichen – obwohl Matts Mannschaft einen Spieler weniger hatte, haben sie locker gewonnen – und wahrscheinlich hätte er uns auch alleine platt gemacht. Es hat wieder verdammt viel Spaß gemacht, es war matschig und wir sahen nach einigen spektakulären Fouls aus wie die Schweine – aber ohne Hinzufallen wär’s nur halb so lustig!

Am Montag musste ich mich regelrecht in die Schule quälen, die Aussicht auf (von meiner Terminale EURO abgesehen) völlig desinteressierte Schüler war nicht sehr verlockend. Der Tag ist zum Glück kurz, und so war ich gegen halb 1 zuhause und habe erstmal einen kleinen Mittagsschlaf gemacht, ehe ich mich mit einer heißen Dusche wiederbelebt habe. Zum Abendessen war ich mit Mike beim Mexikaner verabredet – der leider geschlossen war. Satt geworden sind wir trotzdem.

(Der Coffeeshop macht gleich zu, deshalb höre ich auf – mehr gibt’s auch gar nicht zu erzählen…)

08
Jan
10

Väterchen Frost hat zugeschlagen…

…und mir ein sehr langes Wochenende beschert!

Das frühlingshafte Silvesterwetter hat leider nicht mehr lange angehalten – am Sonntag war’s schon frostig, aber schön genug für einen Spaziergang im Parc de la Tête d’Or. Am Montag bin ich aufgewacht, und alles war weiß! Über Nacht hatte es ungefähr 10cm geschneit, was, natürlich, zur Folge hatte, dass in Lyon der Verkehr wieder mehr oder weniger zusammengebrochen ist. Ich hab’s pünktlich zur Schule geschafft, weil U-Bahn und Tram normal fuhren, hatte aber um 8 noch weniger Schüler als die üblichen 5, weil die meisten Busse gar nicht oder sehr, sehr langsam fuhren.

Die Woche über blieb’s kalt und rutschig, Winterdienst ist hier ein Fremdwort, und deshalb war es auch nicht überraschend, dass wegen der für die vergangene Nacht und heute angekündigten starken Schneefälle alle Schulbusse eingestellt wurden.

Die regulären Linien sollten je nach Wetterlage fahren – und deshalb war ich schwer enttäuscht, heute Morgen aufzuwachen und keine Krume Neuschnee zu sehen…also ab unter die Dusche, gefrühstückt, Tasche gepackt – als das Telefon klingelte: in St Laurent schneite es wohl um 11 schon heftig, und Annick stellte es mir frei, ob ich zur Schule komme: am Nachmittag zurück nach Lyon zu fahren, könnte schwierig werden. Ich habe mich erstmal fertig gemacht, um zum Part-Dieu zu laufen und zu sehen, wie’s mit dem Bus aussieht – als es schon wieder klingelte, nochmal Annick: die Schulleiterin hatte beschlossen, das Collège am Nachmittag zu schließen! Was blieb mir also übrig, als in Gedanken einen Freudenschrei auszustoßen und noch einen Tee zu kochen!

Bevor ich jetzt total einschneie (sooo schlimm find ich’s gar nicht), geht’s zum Mittagessen noch in die Épicerie…mmmm, mir läuft das Wasser im Mund zusammen!

PS: Mama, ich zieh übrigens die Skijacke an 😉

09
Nov
09

Blick nach Berlin

Mes chers compatriotes, heute wäre ich gerne in Berlin! Ich habe ein bisschen auf ARD.de gelesen und gesehen, was anlässlich des Mauerfalls veranstaltet wird – ihr habt’s gut, wenn ihr vor Ort seid!

Hier in Lyon ist das alles weniger wichtig – aber immerhin einer von 5 aus meiner terminale konnte mir nach einigem Überlegen sagen, warum heute ein besonderer Tag ist! Was für ein Glück – denn sonst wäre meine Stundenvorbereitung – 28 Jahre Mauer im Schnellstdurchlauf – zwar nicht fehl am Platze gewesen, aber doch wohl nicht so gut angekommen. Ich habe die lieben Großen Mini-Vorträge machen lassen: Ich soll sie schließlich irgendwie auf ihre mündliche Bac-Prüfung in Deutsch vorbereiten. Ob das so klappt – keine Ahnung! Aber da ich sonst keinerlei Informationen bekommen habe, wie das für sie ablaufen wird, und ich ihre Lehrerin immer nur vorbeihuschen sehe, mache ich halt mein Ding. Sie haben’s auch ganz gut hingekriegt, und obwohl sie meinen Enthusiasmus angesichts des Datums nur ansatzweise teilten, war es ne recht unterhaltsame Stunde. Der Rest des Schultages verlief schleppend; ich habe mit den Secondes genau die gleiche Übung gemacht wie mit der 4e im Collège, und nunja…es hat gedauert, gedauert, gedauert, bis sie überhaupt ansatzweise verstanden hatten, was ich von ihnen wollte. Eine aus der Seconde hat permanent in einem Affentempo Fragen auf Französisch gestellt, die ich zwar verstanden habe, aber das muss sie ja nicht wissen; aufgehört hat sie erst, als ich sie mindestens genauso schnell auf Deutsch zugetextet habe, bis sie nicht mehr wusste, wie ihr geschieht – danach hat sie zumindest versucht, auf Deutsch zu fragen…

Jetzt liege ich mit Tee im Bett und versuche, nicht nach draußen zu gucken – es ist Herbst, nasskalt und grau. Schön ist das nicht! Ich hoffe sehr, dass ich besseres Wetter habe, wenn ich am Mittwoch zu Georg nach Paris fahre (ich freu mich schon soooooo sehr!!) – Paris mit Mistwetter habe ich schon hinter mir, ätzend war’s (auch wenn ich diesmal natürlich besser darauf vorbereitet wäre als beim letzten Mal mitten im Hochsommer). Bewaffnet mit Schlafsack und kleinem Gepäck fahre ich am Mittwoch schon um halb 8 hier los, 2 Stunden später spuckt mich der TGV am Gare de Lyon aus, und schon bin ich mittendrin im Vergnügen. Einen Plan für’s Mittagessen habe ich schon: Falafel in der Rue des Rosiers, besser geht’s nicht . Was wir sonst machen werden, weiß ich nicht – ein bisschen Sightseeing mit Sicherheit. Nur einmal schlafen, dann muss ich schon wieder zurückfahren – um 20.54 heißt’s Adieu sagen.

Bevor’s losgeht, muss ich morgen noch einen langen Schultag überstehen – 11 bis 18 Uhr, na super! Ich werde nochmal die gleichen Sachen wie heute machen, das ist der Vorteil, wenn man immer nur die Hälfte einer Klasse sieht (auf diese Weise habe ich auch den Freitag schon komplett vorbereitet).

Kleiner Nachtrag zum Wochenende: PLACEBO!!! Ich war nur eineinhalb Stunden früher da, es war gerammelt voll, aber ich habe einen Platz relativ weit vorne gefunden. Leider musste ich ihn dann wieder aufgeben, weil sich Raquel, Paula und Jonathan, ihres Zeichens Spanisch-Assistenten, nicht zu mir durchkämpfen konnten. Der neue Standort war zwar immer noch dicht dran, hatte aber einen kleinen Haken: Der einzige Franzose auf dem Weg bis zur Bühne, der größer als ich war, stand direkt, aber wirklich direkt vor mir…Und, wie könnte es anders sein, während des Konzerts hat er sich keinen Schritt bewegt. So wie die meisten der Zuschauer. Placebo waren toll, aber ich hatte das Gefühl, dass der Funke nicht so richtig übergesprungen ist – oder die Franzosen mögen es einfach mehrheitlich, bei Konzerten einfach rumzustehen und ab und zu zu klatschen. Meine spanischen Kumpane und ich waren jedenfalls überrascht. Ich fand’s schade, dass nicht mehr die Post abging, das Konzert hätte es hergegeben.

So viel für heute, wahrscheinlich wird’s erst nach Paris wieder Neuigkeiten von mir geben!

07
Nov
09

Endlich Wochenende!

DAS Wochenende: In ziemlich genau 3 Stunden geht’s los, das von mir lang erwartete Placebo-Konzert in der Halle Tony Garnier. Ich bin schon den ganzen Tag total aufgedreht.

Gestern waren für mich die Ferien beendet, eine wahrlich anstrengende Schulwoche ist zu Ende. Meine Collège-Kinder sind wirklich niedlich, total aufgedreht, aber halbwegs motiviert. Ich habe mit meiner 5e mit dem Deutschland-Poster vom Goethe-Institut gearbeitet, einem Poster, auf dem etliche Dinge, Personen, Symbole etc. abgebildet sind, die „typisch deutsch“ sind. Sie sollten Dialoge dazu schreiben, die meisten Jungs haben den Krieg der Autos ausgerufen, aber ein paar Ideen waren echt klasse: ein Dialog zwischen einem Brot und einer Wurst zum Beispiel:

B: „Hallo, ich bin das Brot, wer bist du?“
W: „Hallo, ich bin die Wurst.“
B: „Das ist schön. Wir können einen Hotdog machen.“
W: „Ja! Wir brauchen aber Senf.“
B: „Und Ketchup.“
W: „Genau! Das wird ein guter Hotdog!“

So macht’s Spaß!

Gestern Abend war ich bei Anna und ihren Mitbewohnern Crêpes essen, sehr lecker!, und danach kurz bei einer Soirée bei Maxis französischem Tandempartner im 7e – genau dorthin werde ich mich auch jetzt wieder aufmachen, au revoir!

18
Okt
09

Meeting Romeo

Am Freitag war ich sehr spät aus der Schule zurück – trotz Fahrdienstes…Feierabendverkehr in und um Lyon. Deshalb war ich ein wenig unter Zeitdruck, das Essen rechtzeitig fertig zu kriegen. Es gab meine Allzweckwaffe, Nudeln mit Hackfleisch-Gemüse-Soße, wie so oft. Inzwischen habe ich mich mit den richtigen Gewürzen eingedeckt, so dass ich endlich mal wieder etwas schärfer würzen konnte. Meine Gäste waren etwas spät, so dass das Gemüse ein bisschen zu weich geworden ist, aber tant pis! Wenigstens hatte ich deshalb noch Zeit, den Salat zu machen. In weiser Voraussicht hatte ich reichlich gekocht, so dass ich gestern nochmal davon essen konnte und eine Portion einfrieren konnte. Am Freitag machte sich bald Müdigkeit breit, besonders bei Fabian, Annas Freund, der erst am selben Tag in Lyon angekommen war. Der Wein tat sein Übriges, und ich habe tief und fest geschlafen.

CIMG1191

Den Samstag hatte ich zum großen Waschtag erklärt – aber zunächst stand noch der Abwasch vom Vorabend an…als ich die Gläser, Teller und Töpfe geschrubbt habe, sind mir erstmal die Vorteile eines Geschirrspülers richtig bewusst geworden…die Waschmaschine zu bestücken war ein kleines Abenteuer, weil ich die französischen Bezeichnungen nicht kannte und auch mein Wörterbuch nicht weiterhalf. Aber anscheinend habe ich das richtige Programm gewählt, alles ist in Form geblieben, keine Baby-Größen, Schwein gehabt!

Am Abend war ich zu Lizzys 21. Geburtstag eingeladen. Sie ist eine Englisch-Assistentin, ich hatte sie vergangene Woche im Pub kennen gelernt. Wir haben uns an der Funiculaire-Station getroffen und sind alle zusammen zu ihrer Schule gegangen, in der sie wohnt – ein schon von außen beeindruckendes Gebäude. Innen herrschte Hogwarts-Atmosphäre – Säulengänge, Treppen, alte Gemäuer. In dem Gebäudetrakt, in dem die Assistenten untergebracht sind, sah’s etwas weniger schön aus, aber der Blick war überwältigend – über ganz Lyon, die Basilika in Fourvière, fantastisch! Ich habe versucht, es zu fotografieren, aber meine Kamera war dafür ungeeignet.

Der Abend war nett, außer den Englisch-Assistenten, die ich zum größten Teil schon kannte, waren diesmal auch einige andere Nationen vertreten: Palästina, Russland, Spanien, Italien, und ich mal wieder als einzige Deutsche. Steven hat vergeblich versucht, eine Strafkasse einzurichten, um sicherzustellen, dass Französisch gesprochen wird  – einige der anderen Assistenten konnten nur wenig Englisch – aber auch ohne Strafandrohung haben wir uns verständigt.

In der Assistenten-Küche

In der Assistenten-Küche

mit Ruth und Michaels langem Arm

mit Ruth und Michaels langem Arm

Nachdem wir uns an Wein, Marshmallows und Kartoffelchips wahlweise mit Beefsteak- oder Chorizo-Geschmack gütlich getan hatten, sind wir zu den Péniches weitergezogen. Irgendwie sind wir auf einem Boot gelandet, auf dem eine private Party anlässlich der Filmfestspiele in Lyon stattfand – keine Ahnung, wieso wir eingelassen wurden, einige andere, die später zu uns stoßen wollten, wurden abgewiesen. Auf dem Boot kam Romeo ins Spiel: Erin und eine Freundin waren in der Oper und haben einen Sänger mitgebracht, Amerikaner und nur kurz in Lyon. (Genau genommen hatte ich mit Romeo nichts zu tun, aber mir ist keine Überschrift eingefallen). Irgendwann wurden wir, wie so oft, müde und sind gegangen – natürlich zu Fuß, verdammte Nachtbusse, die nie dann fahren, wenn man sie braucht! Rosalie war mit mir unterwegs, so dass die Zeit beim Quatschen doch schnell vergangen ist.

Heute habe ich gebügelt und geputzt, meinen Unterricht für morgen vorbereitet und gefaulenzt. Um 6 werde ich Jack und ich weiß nicht wen noch treffen, um ein bisschen rauszukommen. 😉 Mal sehen, vielleicht gibt’s ja zur Abwechslung mal einen Döner…hatte ich schon lange nicht mehr…

16
Okt
09

Newsticker…Newsticker…Newsticker

Ich habe heute 4 Stunden Unterricht hinter mir, die Haelfte davon zwar nur passiv, aber immerhin…heute um halb 8 habe ich mich auf den weiten Weg nach St Laurent gemacht; es war noch dunkel und verdammt kalt – ich freue mich schon auf meinen Wintermantel! Die Busfahrt war unspektakulaer wie immer  – sogar noch weniger aufregend, denn inzwischen weiss ich, wann ich aussteigen muss, und springe nicht mehr in letzter Sekunde auf, um noch rechtzeitig rauszukommen. Als erstes stand eine 3e auf dem Programm, die ich noch nicht kannte – also nochmal das altbekannte Spiel „Klasse fragt, Hannah antwortet“. Danach eine Freistunde und schliesslich mit Annick zusammen eine Gruppe der 3e EURO, die ich auch noch nicht geshen hatte. Wie die Stunde anfing, muss ich wohl nicht erwaehnen. Nach der Mittagspause, die ich mit Annick damit verbracht habe, einen Text einer Physiklehrerin, mit dem sie sich fuer irgendeine Deutsch-Pruefung bewirbt, zu korrigieren, sowie meine gestern Abend muehevoll (…) erstellten Arbeitsblaetter auszudrucken und zu kopieren, stan mein erster eigener Collège-Unterricht an. In weiser Voraussicht hatte ich neben dem Partnerinterview zur Praesentation noch eine zweite Aufgabe vorbereitet. Gebraucht habe ich sie nicht. Gleiches Spiel anschliessend in der 5e, gerade im 2. Lernjahr. Die sind schon sehr, sehr klein! Aber niedlich. Die Stunde musste ich sogar ueberziehen, weil es mit ihnen doch sehr lange gedauert hat, den Interviewbogen ueberhaupt erstmal zu verstehen. Alle haben sich vorgestellt – und ich habe fast keinen Namen behalten. Da ich die Gruppen erst nach den Ferien wiedersehen werde, habe ich mir allerdings, wie ich beschaemt zugeben muss, auch keine allzu grosse Muehe gegeben – in 3 Wochen waere sowieso jegliche Erinnerung verblasst. Jetzt sitze ich noch in der Schule im Lehrerzimmer (daher auch die etwas unuebliche Schreibung und eventuelle Tippfehler – die franzoesische Tastatur killt mich, kein Buchstabe ist da, wo er hingehoert!) und warte auf meinen heutigen Fahrdienst, Thomas. Noch 10 Minuten, dann geht’s nach Hause und erstmal zum Casino, einkaufen fuer heute Abend –  ich koche, juhu!

alors, bonne journée à tous!!