24
Mrz
10

Qu’est-ce qu’il fait beau!

Marmelade: 2,50€. Baguette: 0.80€. Frühstück auf dem Balkon: unbezahlbar.

Seit ein paar Tagen ist hier der – fast schon sommerliche – Frühling ausgebrochen. Es wurde aber auch Zeit nach diesem überaus strengen Lyoner Winter mit grandiosen 10cm Schnee und Eiseskälte um die -10°C…

Aber der Reihe nach – ich habe schließlich lange nicht geschrieben (was zum Teil auch daran lag, dass einfach nicht viel passiert ist, das ich erwähnenswert gefunden hätte). Zum anderen lag’s an Julias einwöchigem Besuch bei mir – da hatte ich einfach keine Lust, mich mit der Blogpflege zu beschäftigen. (Jetzt schreibe ich auf dem Balkon, da fällt’s leicht! [in Top und kurzen Hosen]).

Die letzte Ferienwoche ist, natürlich, schnell vergangen, die Schule war wie immer – wechselhaft, aber auszuhalten. So langsam gewöhne ich mich ans Unterrichten und finde es fast schade, dass es bald vorbei ist.

Einmal war ich noch Skifahren, wieder in L’Alpe d’Huez, diesmal mit Patrick und Aurelien. Wir hatten verdammtes Schwein mit dem Wetter, den ganzen Vormittag Sonnenschein pur und -5°, perfekte Bedingungen, der Schnee war nicht zu hart, nicht zu weich. Ich habe mich einmal mehr als lahme Ente entpuppt und hatte schon fast ein schlechtes Gewissen, weil die anderen 2 dauernd auf mich warten mussten…hingefallen bin ich nur zweimal, aber dafür spektakulär – auf einer vereisten Piste voller Buckel bin ich, den Kopf voran, so lange bergab geschlittert, bis ich irgendwann im oberschenkelhohen Tiefschnee abseits der Piste angekommen war, die Ski immer noch an den Füßen, und mich nur mit Müh und Not und schweißgebadet wieder auf die Piste zurückkämpfen konnte. Danach hatte ich gründlich die Schnauze voll und bin erstmal ein Stück zu Fuß weiter, bis das Schlimmste überstanden war – netterweise haben sich die Herren dazu bereit erklärt, einmal ne grüne Piste zu fahren, damit ich wieder zu Kräften kommen konnte. Dann ging’s besser – aber am Ende war ich so erschöpft, dass ich den Lift nach unten genommen habe und im Bus gleich eingeschlafen bin.

Am 10.3. ist Julia angekommen, leider noch vor dem Frühlingsausbruch, es war verdammt frisch. Wir haben das übliche Lyon-Programm absolviert – Opéra, Hôtel de Ville, Terreaux, Bellecour, Vieux-Lyon, Fourvière, Croix-Rousse, Berthom, Épicerie…

Netterweise hat Annick, meine Collège-Lehrerin am Freitag gestreikt, so dass ich Julia einen Tag länger Gesellschaft leisten konnte. Für den Abend hatte Laure gekocht – einen Kohleintopf mit allerlei Schweinefleisch aus der Auvergne, dazu echt österreichische Serviettenknödel – ein Hochgenuss!


Am Samstag haben wir mit Rachel, Ana, Ryan und Jill einen Ausflug nach Vienne gemacht, einer Kleinstadt nicht weit von Lyon, in der es vor allem römische Ruinen zu sehen gibt. Wir hatten Glück, es war ein sonniger, wenn auch noch kühler Tag, wir sind den halben Tag herumgelatscht, immer auf der Suche nach weiteren Sehenswürdigkeiten. Es war ein netter Ausflug, nicht spektakulär spannend, aber es hat Spaß gemacht.

Auf der Rückfahrt haben wir mein neues Lieblingsspiel gespielt – Jungle Speed! Darum geht’s: Grabsch nach dem Totem und werde deine Karten los…einfach, aber unterhaltsam! (Ich werd’s mir wohl noch kaufen, als kleines Souvenir)

Der Sonntag war wettermäßig leider weniger bezaubernd, es war eiskalt und bewölkt – trotzdem sind wir zum Fußballspielen in den Park gegangen. Julia musste sich leider mit einem Platz auf der Trainerbank begnügen, weil sie keine Turnschuhe mithatte.
Wegen des Wetters waren wir nicht sehr viele, haben aber noch Verstärkung in Form von Pasquale (Italien), Martín (Spanien) und Raïd (Marokko) bekommen – wodurch wir zwar nicht wesentlich besser, aber immerhin zahlreicher geworden waren. Aus Mitleid mit den Zuschauern haben wir beschlossen, vom Park ins Café umzuziehen, um uns aufzuwärmen – was auch wir Spieler bitter nötig hatten.

Am Montag und Dienstag musste ich arbeiten, aber Julia hat sich auch alleine beschäftigen können – und sooo lange war’s ja auch nicht. Am Mittwoch hat endlich der Frühling Einzug gehalten – T-Shirt-Wetter! Passend dazu hatten wir ein Picknick im Park geplant, es waren an die 30 Assistenten da, von denen ich viele zum ersten Mal gesehen habe. Das Essen war köstlich, es gab alles, was das Herz begehrte. Und weil St Patrick’s Day war, an dem es nach Aussage diverser Amerikaner ausschließlich darum geht, grün zu tragen und sich zu betrinken, hatten wir einige Weinvorräte mitgebracht. Die Polizei hat das nicht so gerne gesehen – während ich Julia zum Flughafenbus gebracht habe, kamen 6 flics auf Segways und haben den verbliebenen Picknickern nahegelegt, sämtliche offenen Weinflaschen zu entsorgen oder wahlweise eine Strafe von 60€ pro Nase zu zahlen – tant pis, der Verbrauch war ohnehin schon weit fortgeschritten. Ich bin nochmal in den Park zurückgekommen – für eine weitere Runde Jungle Speed, bei der ich nur mäßig erfolgreich war – aber ganz offensichtlich hat’s trotzdem Spaß gemacht:

Weil die Sonne inzwischen weg war, hat sich die Runde aufgelöst – um sich später am Abend in Vieux-Lyon wieder zusammenzufinden, um aus dem St Patrick’s Day raus- und in Zanes Geburtstag reinzufeiern. Es war der reinste Wahnsinn, wie viele Menschen unterwegs waren, alle mehr oder weniger grün gewandet oder mit grünlichen Utensilien ausgestattet.

Ich war froh, dass ich am Donnerstag nicht arbeiten musste!

Der Park ruft, ich mache Schluss, immerhin beinahe in der Gegenwart angekommen. à plus!


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