27
Nov
09

Thanksgiving franco-américain-allemand-espagnol-anglais-australien

Gestern war Thanksgiving, mein erstes – und es war toll! Ryan und Rosalie hatten eingeladen, weil sie ausserdem gestern (Ryan) bzw. am Montag (Rosalie) Geburtstag hatten/haben. Neugierig und kochfreudig wie ich bin, habe ich angeboten, bei den Vorbereitungen zu helfen. Und so kam es, dass ich am Mittwoch gegen 1 hingefahren bin – Ryan und Rosalie waren schon schwer damit beschäftigt, Einkaufszettel und Arbeitspläne zu schreiben. Das Abenteuer konnte beginnen! Zuerst stand der nächstgelegene Carrefour auf dem Programm – zum Glück nicht mein absoluter Hassladen im Centre Commercial Part-Dieu, sondern ganz gemütlich und fast auf dem Dorf…es war immer noch riesig, und so hat es gut anderthald Stunden gebraucht, bis wir alles gefunden hatten.

die glücklichen Thanksgiving-Shopper

Schwer bepackt ging’s zurück zu Ryan – Zeit, das grosse Schäl-Hack-Stampf-Fest zu eröffnen. Das sollte am Ende alles auf dem Tisch stehen:

3 Hähnchen (in Ermangelung eines Truthahns)
Kartoffelpüree
Maisauflauf
Maisbrot
Steckrübenpüree mit Zwiebeln
Rosenkohl
Füllung, die nie das Hähnchen von innen gesehen hat
Apfelkuchen
Kürbiskuchen

Und zwar für 14 Leute. Bergeweise Kartoffeln und Äpfel und gefühlte 100kg (tatsächlich mindestens 2kg) Zwiebeln – wirklich zum Heulen! Und kaum waren die Tränen getrocknet, fehlte doch noch irgendwo eine Zwiebel…

Rosalies Aufgabe war noch undankbarer: sie hat den Kürbis passiert. Stundenlang.

Matys Kampf mit dem Kürbis

Zum Glück haben wir noch von Maty Verstärkung bekommen, so dass Rosie nicht länger leiden musste und sich anderen Vergnügen widmen konnte. Zum Beispiel der Logistik: wie kocht man 5 Gerichte gleichzeitig, wenn man nur 3 Töpfe hat, die gross genug sind, und, noch viel schlimmer, wo bewahrt man das Gekochte auf, wenn die einzige vorhandene Schüssel für den Kürbismatsch gebraucht wird? Unsere Kreativität war gefragt, und so wurde jeder noch so kleine Teller, jeder Flecken Arbeitsplatte genutzt, ohne dass wir uns gegenseitig zu sehr im Weg standen.

Gegen 10, das erste Cornbread war fertig und probiert, das zweite angerührt und der Ofen schon wieder mit 2 pumpkin pies belegt, haben wir Ryan mit den restlichen Kuchen alleine gelassen und haben uns auf den Weg nach Hause gemacht – völlig geschafft und mit schmerzenden Beinen und Armen.

Cornbread - Eins mit Sternchen

Aber natürlich war damit der Spass noch nicht vorbei – am Donnerstag bin ich mittags wieder zu Ryan gefahren – es sollte den Hähnchen an den Kragen gehen! (und es gab noch Unmengen anderer Dinge, die zu erledigen waren). Begonnen haben wir den zweiten Kochmarathon wieder mit Logistik – und einem Mittagsschlaf…der erste Tag steckte uns doch noch zu sehr in den Knochen.

Danach ging’s ans eingemachte: (schwache Mägen scrollen bitte schnell)

war das ein Spaß...

schön war's

Es war ein unglaublicher Spass, die Hähnchen vorzubereiten – und das Rezept war sehr interessant:

Three Chicken Army

(angenehmer Nebeneffekt: wir mussten ein bisschen Bier abtrinken)
Ausser mit Bier wurde mit Rosmarin, Orangen, Zwiebeln und einer Mischung aus Butter und allerlei Kräutern gewürzt – am liebsten wäre ich gleich über die Hähnchen hergefallen! Der Versuch, mir etwas anderes zu essen zu besorgen scheiterte an den absolut kruden französischen Öffnungszeiten mit seeeeeehr ausgedehnten Mittagspausen, so dass wieder Cornbread dran glauben musste.

Danach waren nur die Kartoffeln zu kochen, es versprach also entspannter zu werden. Aber was wäre ein Kochmarathon ohne Zwischenfall: ein Hähnchen ist zusammengebrochen und hat die anderen mit umgerissen…was für eine Sauerei, die wir da veranstaltet haben! Bratensaft, Zwiebeln und Möhren partout…und vor allem die Hähnchen, die wir nur mit Mühe und viel Fingerspitzengefühl wieder auf die Beine (Bierdosen) gekriegt haben. Das war’s zum Glück  mit den Überraschungen, bis Rosalie gegen 6 wiederkam, um vorzubereiten. Irgendwie hat’s alles hingehauen, und plötzlich war’s Viertel nach 7 und die ersten Gäste trudelten ein.

Lizzy und Michael

mit Raquel und Lizzy

Aus Platzgründen gab’s unser lecker Dinner als Büfett, Tische gab’s eigentlich, aber immerhin hatte jeder einen Stuhl, ein Glas und einen Teller – das Schlemmen konnte beginnen!

Die ganze Bande, Teil 1

Die ganze Bande, Teil 2

Alleine nach den Hauptgerichten waren wir alle genudelt – aber Rosalie war schon dabei, den Nachtisch vorzubereiten:

pumpkin pies und apple pie

Schon den ganzen Tag hatte ich mich auf die pumpkin pies gefreut – soooooo lecker!!

Danach waren wir endgültig kaputt, die ersten sind gegangen, wir haben Ryan noch beim Verstauen und Aufräumen geholfen und haben uns auf den Weg nach Hause gemacht – gerade so hab ich in Perrache noch die letzte U-Bahn erwischt – auf Vélo’v hatte ich keine grosse Lust, obwohl mir ne halbe Stunde Verdauungsradeln sicher gut getan hätte…bequemer war’s so!

Heute aufzustehen war schwer – ich war immer noch so voll, dass ich mich förmlich aus dem Bett gerollt habe und kaum in der Lage war etwas zu frühstücken. Jetzt ist Mittagspause in St Laurent – und ich habe immer noch keinen Hunger…mal sehen, wie’s in 4 Stunden aussieht, wenn ich nach Hause komme…


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