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Blick nach Berlin

Mes chers compatriotes, heute wäre ich gerne in Berlin! Ich habe ein bisschen auf ARD.de gelesen und gesehen, was anlässlich des Mauerfalls veranstaltet wird – ihr habt’s gut, wenn ihr vor Ort seid!

Hier in Lyon ist das alles weniger wichtig – aber immerhin einer von 5 aus meiner terminale konnte mir nach einigem Überlegen sagen, warum heute ein besonderer Tag ist! Was für ein Glück – denn sonst wäre meine Stundenvorbereitung – 28 Jahre Mauer im Schnellstdurchlauf – zwar nicht fehl am Platze gewesen, aber doch wohl nicht so gut angekommen. Ich habe die lieben Großen Mini-Vorträge machen lassen: Ich soll sie schließlich irgendwie auf ihre mündliche Bac-Prüfung in Deutsch vorbereiten. Ob das so klappt – keine Ahnung! Aber da ich sonst keinerlei Informationen bekommen habe, wie das für sie ablaufen wird, und ich ihre Lehrerin immer nur vorbeihuschen sehe, mache ich halt mein Ding. Sie haben’s auch ganz gut hingekriegt, und obwohl sie meinen Enthusiasmus angesichts des Datums nur ansatzweise teilten, war es ne recht unterhaltsame Stunde. Der Rest des Schultages verlief schleppend; ich habe mit den Secondes genau die gleiche Übung gemacht wie mit der 4e im Collège, und nunja…es hat gedauert, gedauert, gedauert, bis sie überhaupt ansatzweise verstanden hatten, was ich von ihnen wollte. Eine aus der Seconde hat permanent in einem Affentempo Fragen auf Französisch gestellt, die ich zwar verstanden habe, aber das muss sie ja nicht wissen; aufgehört hat sie erst, als ich sie mindestens genauso schnell auf Deutsch zugetextet habe, bis sie nicht mehr wusste, wie ihr geschieht – danach hat sie zumindest versucht, auf Deutsch zu fragen…

Jetzt liege ich mit Tee im Bett und versuche, nicht nach draußen zu gucken – es ist Herbst, nasskalt und grau. Schön ist das nicht! Ich hoffe sehr, dass ich besseres Wetter habe, wenn ich am Mittwoch zu Georg nach Paris fahre (ich freu mich schon soooooo sehr!!) – Paris mit Mistwetter habe ich schon hinter mir, ätzend war’s (auch wenn ich diesmal natürlich besser darauf vorbereitet wäre als beim letzten Mal mitten im Hochsommer). Bewaffnet mit Schlafsack und kleinem Gepäck fahre ich am Mittwoch schon um halb 8 hier los, 2 Stunden später spuckt mich der TGV am Gare de Lyon aus, und schon bin ich mittendrin im Vergnügen. Einen Plan für’s Mittagessen habe ich schon: Falafel in der Rue des Rosiers, besser geht’s nicht . Was wir sonst machen werden, weiß ich nicht – ein bisschen Sightseeing mit Sicherheit. Nur einmal schlafen, dann muss ich schon wieder zurückfahren – um 20.54 heißt’s Adieu sagen.

Bevor’s losgeht, muss ich morgen noch einen langen Schultag überstehen – 11 bis 18 Uhr, na super! Ich werde nochmal die gleichen Sachen wie heute machen, das ist der Vorteil, wenn man immer nur die Hälfte einer Klasse sieht (auf diese Weise habe ich auch den Freitag schon komplett vorbereitet).

Kleiner Nachtrag zum Wochenende: PLACEBO!!! Ich war nur eineinhalb Stunden früher da, es war gerammelt voll, aber ich habe einen Platz relativ weit vorne gefunden. Leider musste ich ihn dann wieder aufgeben, weil sich Raquel, Paula und Jonathan, ihres Zeichens Spanisch-Assistenten, nicht zu mir durchkämpfen konnten. Der neue Standort war zwar immer noch dicht dran, hatte aber einen kleinen Haken: Der einzige Franzose auf dem Weg bis zur Bühne, der größer als ich war, stand direkt, aber wirklich direkt vor mir…Und, wie könnte es anders sein, während des Konzerts hat er sich keinen Schritt bewegt. So wie die meisten der Zuschauer. Placebo waren toll, aber ich hatte das Gefühl, dass der Funke nicht so richtig übergesprungen ist – oder die Franzosen mögen es einfach mehrheitlich, bei Konzerten einfach rumzustehen und ab und zu zu klatschen. Meine spanischen Kumpane und ich waren jedenfalls überrascht. Ich fand’s schade, dass nicht mehr die Post abging, das Konzert hätte es hergegeben.

So viel für heute, wahrscheinlich wird’s erst nach Paris wieder Neuigkeiten von mir geben!


1 Response to “Blick nach Berlin”


  1. 1 Die Sonja
    10/11/2009 um 08:07

    Hey Du!
    Es macht wirklich Spaß deine Berichte zu lesen. Schön, dass es dir dort drüben so gefällt und ich wünsch dir noch ne ganz tolle Zeit mit den Kleinen (lass sie mehr von den Wurst-Brot-Dialogen schreiben, ich glaub die haben Zukunft…^^)
    Liebe Grüße aus dem ebenso verregneten Berlin!


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