04
Okt
09

La Réunion allemande Vol.2, und andere Geschichten

An diesem Wochenende habe ich so viel unternommen, ich hoffe, ich kriege es noch ungefähr auf die Reihe, was ich wann mit wem gemacht habe. Der direkte Anschluss an den gestrigen Eintrag klappt: Am Samstagnachmittag bin ich mit Maxi, Anna, Larissa (die auch an der FU studiert) und Alina (Maxis Mitbewohnerin) nach Fourvière hochgefahren, zum Elefanten.

Im Funiculaire nach Fourvière

Im Funiculaire nach Fourvière

Aus der Nähe sieht man ihn zwar nicht, aber schön war es trotzdem. Der Blick über Lyon ist echt atemberaubend, bei gutem Wetter sieht man manchmal sogar den Mont Blanc, aber ganz so weit ging’s gestern leider nicht. Voilà, was Lyon stattdessen zu bieten hatte…ich wohne nicht weit vom Turm entfernt, zur groben Orientierung:

CIMG1075

Maxi, Larissa, ich, Anna

Maxi, Larissa, ich, Anna

Weil es immer noch warm und sonnig war, saßen wir lange auf den Treppen zur Basilika und haben über Namen gelästert. Kleine Gemeinheiten wie Gottlob, Rainer Zufall, Pastor Scheidereiter und so weiter. Nachdem wir davon genug hatten, sind wir zurück in die Stadt gelaufen. Bergab geht’s, man braucht nicht lange. Unterwegs haben wir noch von außen einen Blick zum römischen Amphitheater geworfen, waren aber alle nicht in Ruinen-Stimmung.

P1000706Zurück in Vieux Lyon haben wir Pläne für den Abend geschmiedet – immer noch vom Streik eingeschränkt. Schließlich haben wir uns bei Anna verabredet, was für mich sehr praktisch ist, da sie gerade 5 Minuten von mir wohnt – aber dazu später mehr. Wir sind zusammen zum Ed-Supermarkt gegangen, um etwas Bier und Wein zu kaufen – wenn wir so weitermachen, sind wir bestimmt bald als die komischen Deutschen bekannt…Von dort bin ich nach Hause, habe eine Kleinigkeit gegessen und bin dann mit Getränken bewaffnet zu Anna gegangen. Als auch Maxi angekommen war, haben wir festgestellt, dass wir keinen Korkenzieher hatten – und das in einem französischen Haushalt! Aber, wie gesagt, ich wohne in der Nähe, und zu dritt sind wir losgezogen, um Laures Korkenzieher zu holen. Es hat sich gelohnt – der Wein war zwar nicht lecker, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen. Mit jedem Glas wurden die Gespräche lustiger, und mit der Zeit bekamen Anna und ich Hunger – also haben wir einen kleinen Mitternachtssnack aus dem bereitet, was der Kühlschrank hergab: Tortellini mit Käsesoße aus Frischkäse und geriebenem Emmentaler, ein bisschen Milch, Salz und Pfeffer dazu – fertig!

Hannah Bocuse

Hannah Bocuse

Bier und wir

Bier und wir

Mein 0,60€-Schloss (bière blonde allemande) habe ich gar nicht probiert – aber Annas, das richtig teure für 80 Cent, war nicht schlecht – es hat immerhin nicht so wässrig und lasch geschmeckt wie viele andere, extra strong halt…Maxi hatte weiter Spaß mit Wein:

P1000711Die restlichen Fotos von gestern sind so schön, dass ich sie gar nicht hier hochladen kann…

Zum Glück hatte ich es nicht weit nach Hause, ich war hundemüde und bin ziemlich schnell ins Bett gefallen – am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen…und das am Sonntag! Um kurz nach halb 10 war ich mit Anna an der Tramhaltestelle verabredet – um 9.20 bin ich aufgestanden und in die Klamotten gesprungen und habe schnell ein Schokodessert gefrühstückt. Wir sind mit der Tram bis fast ans Ende, weit nach Villeurbanne, gefahren, um auf einen Flohmarkt zu gehen.

Morgens um 10 in Frankreich.

Morgens um 10 in Frankreich.

Ich wollte nach einem kleinen Spiegel für mein Zimmer gucken, Maxi und Alina brauchen einen großen für den Flur, und ansonsten – mal sehen…wir mussten eine halbe Ewigkeit laufen, teilweise an der Autobahn und an einem riesigen Soldatenfriedhof entlang, bis wir schließlich zum Flohmarkt kamen. Er war ziemlich groß, es gab hauptsächlich Möbel, aber auch einige kleinere Sachen und an manchen Ständen Ramsch. Gefunden haben wir nicht das, was wir gesucht haben – also wird’s doch IKEA, da muss ich nächste Woche sowieso hin, um mir eine Bettdecke zu kaufen.

Les filles aux puces du canal

Les filles aux puces du canal

Uns allen hat Schlaf gefehlt, so dass wir nach einem kurzen Abstecher zum Franprix kurz vor Ladenschluss erstmal alle nach Hause gefahren sind. Später am Nachmittag habe ich Ana, Jack und Rosalie auf der Place Bellecour getroffen.

CIMG1098Wir sind wieder nach Fourvière hochgefahren, und diesmal habe ich den Mont Blanc gesehen! (Und das Atomkraftwerk, das quasi vor Lyons Haustür steht…beruhigend!) Ana wollte dort einige andere Assistenten bzw. deren Freunde treffen, die am Freitag auch beim großen Treffen waren, aber wegen eines Missverständnisses waren sie nicht dort. Wir sind also wieder nach unten gelaufen und haben uns diesmal auch die Amphitheater angesehen. Sie sind in einem sehr guten Zustand und werden heute noch für Theateraufführungen und Konzerte genutzt.

Jack, Ana und Rosalie

Jack, Ana und Rosalie

Im kleinen Theater wurde gerade ein Film gedreht, es sah verdammt nach Bollywood aus: ein gelhaariger Inder mit Glitzerohrring hat mit einem Franzosen, der einen Nylonstrumpf auf dem Kopf hatte, gekämpft – falls jemand irgendwann mal diese Szene in einem Film entdeckt, möge er mich bitte anrufen – die DVD würde ich mir kaufen! (Einfach deshalb, weil es so verdammt lächerlich aussah, wie die beiden immer wieder genau die gleichen Bewegungsabläufe gemacht haben, ohne dass es mit der Zeit besser oder realistischer aussah…)

In Vieux Lyon haben wir nach unzähligen Telefonaten und SMS schließlich besagte andere Assistenten nebst Anhang getroffen. Wir sind wie so oft zu den berges du Rhône gegangen – aber diesmal, ein bisschen Abwechslung muss ja sein, auf eines der péniches, der Party-/Barboote. Es war ziemlich cool, und die zwei Franzosen, die mit waren, haben erzählt, dass dort nachts, ganz besonders im Winter, richtig die Post abgeht – ich freue mich schon! Schließlich sind Rosalie und ich noch in Guillotière Döner essen gegangen, ehe ich nach Hause gefahren bin – mit einer der letzten Trams für heute.

Good news: ab morgen fahren Metro und Tram wieder normal, nur manche Buslinien sind noch eingeschränkt, aber die brauche ich sowieso nicht.

Morgen steht außerdem der erste richtige Schultag an, ich bin gespannt, was mich erwartet – Banlieue-Teenies halt, hehe…


3 Responses to “La Réunion allemande Vol.2, und andere Geschichten”


  1. 05/10/2009 um 18:25

    Du scheinst ja so viel Spaß zu haben, so viel verträgst du doch gar nicht! Für den Auftritt der Banlieu-Kidz wird es höchste Zeit😛
    Aprospros Auftritt: was du uns zeigst ist kein Amphitheater, sondern ein Theater. Ein Amphitheater ist ein Rundbau, bspw. das Kolosseum in Rom. Vielleicht irre ich mich ja und dort steht ein solcher Bau, dann nehme ich meinen Hinweis zurück. Ansonsten handelt es sich um einen typischen Fall von Volksirrtum – der auch ganz nebenbei die (Nicht-)Präsenz der alten Sprachen in unserer Gesellschaft zeigt, hihi – mach dir nichts draus aber mach’s demnächst besser😉

    • 2 Hannah
      05/10/2009 um 19:31

      Mea culpa, mea maxima culpa!
      PS: Reste des römischen Amphitheaters kann man auf dem anderen Hügel sehen😉

  2. 3 göttingenstinkt
    09/10/2009 um 09:28

    klugscheißer…mach weiter so hannah, lass dich nicht beirren!!! und lass es krachen! grüße


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